Azubi-Auslandsaufenthalt

Polen 2013

Auslandspraktika sind fester Bestandteil der Berufsausbildung bei Elektror. Agnieszka Sacher, Auszubildende im dritten Lehrjahr, berichtet über den 3-wöchigen Aufenthalt in Polen.

Die Vorbereitungen

Der Auslandsaufenthalt für Elektror-Azubis führte uns diesmal vom 25. August bis zum 14. September 2013 nach Chorzów in Polen - den Standort unserer polnischen Tochtergesellschaft Elektror airsystem Sp. z o.o. .

Bevor wir - wir, das sind übrigens drei Auszubildende zum Industriemechaniker (Vitalj Fefer, Philipp Groß und Felix Scheurer) und ich, Agnieszka Sacher, Auszubildende zur Industriekauffrau - die Reise in Richtung Osten antraten, wurden wir bei Elektror noch ausführlich auf unseren dreiwöchigen Aufenthalt vorbereitet. Auch wenn wir zunächst nicht begeistert waren von den zahlreichen Vorbereitungsmeetings, sollten wir doch schon bald merken, dass es im Nachhinein betrachtet sehr hilfreich war. So lernten wir also, zunächst in der Theorie, die Kultur, das Arbeitssystem, das Schulsystem und die wichtigsten Vokabeln Polens kennen. Außerdem wurden wir über die Arbeitszeiten, die Verpflegung und unsere Ansprechpartner vor Ort bei Elektror Polen informiert.

So konnten wir uns am 25. August 2013 als gefühlte "Polen-Experten" endlich auf den Weg in die etwa 1,5 Flugstunden entfernte Fremde machen...

Welcome to Poland (Woche 1)

Tag der Anreise

Mit einer halben Stunde Verspätung landeten wir am 25.8.2013 gegen 15:30 Uhr in Krakau, Polen. Direkt vom Flughafen aus fuhren wir mit dem Werkleiter, Herrn Peev und Herrn Kalaga, einem Vertriebsmitarbeiter, in das Elektror-Werk in Chorzów und machten eine Hallenbesichtigung. Da es Sonntag war, konnten wir die Produktion bei fast schon gespenstischer Stille durchlaufen.
Für uns waren vor allem die extrem großen Ventilatoren beeindruckend, die dort gefertigt werden. Während die Geräte, die in Deutschland produziert werden maximal eine Höhe von etwa einem Meter haben, werden hier richtige Giganten produziert, die bis zu mehreren Metern hoch sein können.

Anschließend durften wir dann unsere Apartments beziehen. Die drei Jungs hatten eine gemeinsame Wohnung und als einziges Mädchen genoss ich den Luxus ein eigenes Apartment für mich zu haben, das sich aber nur wenige Meter von der Unterkunft der Jungs entfernt befand. Danach lernten wir einen der ganz großen Vorzüge Polens kennen (zumindest für Frauen): große Shopping-Zentren haben auch sonntags geöffnet :-). Wir gingen also gleich mal das Nötigste zum Überleben besorgen (siehe Bild von uns vier mit Einkaufstüten). Zum Abschluss des Tages lud uns Herr Peev in ein Restaurant am See ein und wir machten die ersten Bekanntschaften mit polnischen Spezialitäten. Ob wir nach diesem erlebnisreichen Tag gut geschlafen haben, brauche ich hier wohl nicht mehr zu schreiben...

Erster Arbeitstag

Direkt zu Beginn der ersten Arbeitswoche in Polen konnte ich eines ganz klar sagen: polnische Wecker unterscheiden sich in keinster Weise von den deutschen - sie stören ganz einfach. Aber da die Aufregung mich sowieso nicht mehr länger schlafen ließ, gehorchte ich dieser schlafraubenden Erfindung und bereitete mich für meinen ersten Arbeitstag in Polen vor.

Mit dem Auto, das uns über den gesamten Zeitraum hinweg zur Verfügung stand, fuhren wir morgens in das schon bekannte Werk, welches nun allerdings deutlich belebter war als am Vortag. Herr Peev führte uns durch das gesamte Unternehmen und stellte uns die Mitarbeiter vor. Nachdem wir offiziell eingeführt waren, wurden die drei Industrimechaniker direkt in der Produktion eingespannt und ich begleitete Herrn Kalaga bei seiner Arbeit im Vertrieb.

Wir beendeten auch diesen Tag mit einem gemeinsamen Essen und hatten dann Zeit, um die ersten Eindrücke in unseren Zimmern nochmal Revue passieren zu lassen.

Tag 3 bis 6: Wir gehören jetzt schon fast dazu

Von nun an waren wir tagsüber im Unternehmen, schauten den Kollegen vor Ort über die Schulter, packten mit an und durften auch viele Dinge schon komplett selbstständig übernehmen. Wir hatten das Gefühl, dass wir tatsächlich gebraucht wurden und den Mitarbeitern dort eine echte Hilfe waren (und ich glaube nicht, dass uns dieses Gefühl getrügt hat).
Abends hatten wir direkt nach der Arbeit die Möglichkeit immer im Wechsel einen englischen und einen polnischen Sprachkurs zu besuchen. Da wir uns im Unternehmen eigentlich nur auf Englisch oder Polnisch unterhalten konnten, waren diese sehr hilfreich - auch wenn sich das private Abendprogramm dadurch um etwa 45 Minuten verzögerte.

Am Freitag Abend haben wir zusammen mit Herrn Peev einen Ausflug nach Gleiwitz gemacht und uns dann zusammen ein Fußballspiel angeschaut - nicht gerade das, was man sich als Mädchen freitagabends vorstellt, aber es wurde dann doch noch ein sehr lustiger Abend...

Da war es: Das erste Wochenende

Schlaf, Schlaf, Schlaf - das war zunächst mal die Devise für's Wochenende. Aber irgendwann hat man auch mal genug geschlafen und dann sind wir shoppen gegangen - was jetzt wiederum ganz genau nach meinem Geschmack war :-). Wir besuchten am Samstag und Sonntag diverse Einkaufszentren und nutzten die Zeit, um ein paar Mitbringsel für Familien und Freunde zu kaufen. Abends sind wir ein wenig um die Häuser gezogen, aber natürlich stets so, dass wir bei Zeiten im Bett waren ;-)

Life and work in Poland (Woche 2+3)

Tag 9 bis 13: Eine (fast) ganze normale Arbeitswoche

Wir starteten dort in diese Woche, wo wir vergangenen Freitag aufgehört hatten: Die drei Jungs in der Produktion und ich im Büro der Elektror airsystem Sp. z o.o.. Da wir uns schon ganz gut eingearbeitet hatten, durften wir immer wichtigere Aufgaben übernehmen. Die drei Jungs kamen sogar richtig ins Schwitzen, als sie bei einem eiligen Auftrag kräftig mithelfen durften. Für mich war es körperlich nicht so anspruchsvoll, dafür hatte ich im Büro des Öfteren mit der polnischen Sprache zu kämpfen. Aber mit Händen und Füßen hat es dann meistens doch ganz gut funktioniert.

Diese zweite Arbeitswoche verging wie im Flug. Abends sind wir mal Essen gegangen oder haben es uns auch mal einfach nur in den Apartments gemütlich gemacht - wir hatten es uns ja schließlich auch verdient.

Wochenende, die Zweite

An diesem Wochenende haben wir einen Ausflug nach Krakau gemacht. Mittags stärkten wir uns mit einer ausgewogenen, nahrhaften und typisch polnischen Mahlzeit bei Mc Donald's und gingen dann frisch gestärkt auf Shoppingtour (schon verwunderlich, dass die Jungs da immer ganz ohne Murren mitgemacht haben). In Krakau reiht sich ein Souvenir-Shop an den anderen, in denen man sich mit typisch schlesischen Erinnerungen eindecken kann. Sehr beliebt ist das Krakauer Schloß im Miniaturformat oder als essbares Souvenir „Oscypek“, ein polnischer elastischer Hartkäse aus Schafsmilch.

Sonntags waren wir in Zabrze, dem ehemaligen Standort des polnischen Elektror-Werkes, zum Go-Kart fahren. Erstaunlich wie günstig man das dort konnte, es kostete nur einen Bruchteil dessen, was man in Deutschland dafür zahlt. Grundsätzlich waren wir immer wieder über die sehr günstigen Preise für Attraktionen, Essen etc. erfreut - auch mit einem Azubigehalt konnten wir es uns hier richtig gut gehen lassen.

Zum Abschluss des Tages waren wir...tatatataaaa...richtig! Shoppen :-).

Tag 16 bis 20: Besuch aus Deutschland und Abschied

Vor uns stand die letzte Woche in Polen. Irgendwie war ein bisschen Heimweh dabei, aber manchmal schlich sich auch schon ein wenig Enttäuschung ein, dass die drei Wochen nun schon bald vorüber wären. In dieser Woche bekamen wir wieder einige bekannte Gesichter aus Deutschland zu sehen: Herr Riegel und Herr Fuchs, beide vom Elektror-Standort Waghäusel kamen wegen diverser Termine nach Polen, nahmen sich aber auch für uns Zeit und fragten uns neugierig nach den letzten zwei Wochen. Auch Frau Blum, Personalreferentin und zuständig für uns Azubis, vergewisserte sich in dieser Woche persönlich, ob es uns allen gut geht.

Freitag war unser letzter Arbeitstag in Polen. Für mehrere Momente überwog an diesem Tag dann doch die Enttäuschung über die Gewissheit, dass es nun vorbei war. Wir verabschiedeten uns von fast allen Mitarbeitern persönlich und die Kolleginnen vom Einkauf hatten sogar einen Abschiedskuchen für uns gebacken.

Tag 21: Die Heimat ruft

Da war er nun also, der Tag der Abreise. Auch beim Heimflug hatten wir Verspätung. Diesmal sogar eine ganze Stunde, was zur Folge hatte, dass ich den Zug in Frankfurt verpasste und die Jungs ihren Shuttlebus. Das machte die Heimreise ein wenig anstrengend, aber letztlich sind wir doch alle heil daheim angekommen.

Unser Fazit

Ganz kurz gesagt: Wir können es nur jedem Auszubildenden empfehlen, dieses Angebot wahrzunehmen!

Während der drei Wochen hatten wir Gelegenheit sowohl Land und Leute als auch unsere direkten polnischen Kollegen näher kennen zu lernen. Wir hatten in dieser Zeit sehr viel Spaß und nahmen außerdem jede Menge neues Wissen mit nach Hause. Wir haben auch festgestellt, dass in Polen das ein oder andere etwas anders abläuft als bei uns in Deutschland, aber letztlich ist dies überhaupt kein Hindernis für die Zusammenarbeit, sondern eher zusätzlicher Ansporn sich mit anderen Kulturen weiter zu beschäftigen. Die gesammelten Erfahrungen (und damit meine ich nicht nur die Shopping-Erfahrungen) können und werden wir sowohl bei der Arbeit als auch im Alltag hier in Deutschland sehr gut einsetzen.

Vielen Dank an all die freundlichen Kollegen in Polen, die während unseres Aufenthaltes für uns zur Verfügung standen und somit die Zeit vor Ort zu einem echten Erlebnis gemacht haben.