Soziale Woche 2016

Jährlich nehmen Auszubildende von Elektror an der sozialen Woche teil und machen dabei völlig neue Erfahrungen fernab vom Arbeitsalltag. Auszubildender Marwin Bender berichtet…

Praktikum in einer Behindertenwerkstatt

In der sozialen Woche vom 17. bis 20. Mai 2016 habe mich für ein Praktikum in der Behindertenwerkstatt Graben-Neudorf entschieden, weil ich einerseits etwas Handwerkliches machen wollte und andererseits aus familiären Gründen schon mit dem Thema Pflegeheim in Berührung kam. Die Auswahl stand für mich also schnell fest.

An einem Vortermin wurden wir umfassend informiert, wie wir uns gegenüber Menschen mit Behinderung verhalten sollen. Außerdem wurden Vorurteile, Erwartungen und eigene Lernziele besprochen. Diese Lernziele sowie Ereignisse aus dem Praktikumsalltag sollten wir in einem Berichtsheft festhalten. Eine Woche vor Beginn des Praktikums haben wir mit unseren Ansprechpartnern telefoniert oder sind persönlich vorbeigekommen, um letzte Fragen zu klären und sich gegenseitig kennenzulernen. Nun konnte es losgehen.

Auf dem Weg Richtung Eingang kam mir eine Frau mit einer leichten Behinderung entgegen, die mit offenen Armen auf mich zulief und mich umarmen wollte. Ich habe mich nicht gescheut, auf sie zuzugehen und sie zu umarmen.

Nach diesem netten Erlebnis habe ich mich bei der Rezeption gemeldet und nach meinem Ansprechpartner erkundigt. Auf eine kurze Begrüßung folgte ein Rundgang durch die verschiedenen Abteilungen. Es gab die Näh-, Elektro-, Metall-, Montage-, Lager- und Pflegeabteilung. Für mein 4-Tages-Praktikum wurde ich der Montage zugewiesen. Nachdem ich von dem Abteilungsleiter den acht Teammitgliedern vorgestellt wurde, habe ich eine kleine Einführung in die Tätigkeitsbereiche der einzelnen Mitarbeiter erhalten. Dann kam ich in den Bereich, wo sogenannte Kartonschutzecken gefaltet wurden. Erklärt wurde mir die Arbeit nicht vom Abteilungsleiter, sondern von den behinderten Menschen selbst. Nachdem ich ein paar Ecken gefaltet hatte, kam ich schnell mit ihnen ins Gespräch. Sie waren mir gegenüber sehr offen, und auch ich scheute mich nicht, auf sie zuzugehen. Während der Gespräche mit ihnen habe ich viel über die Menschen und ihre Behinderungen erfahren. Ich war sehr beindruckt, welche Lebensfreude sie trotz ihrer Behinderungen ausstrahlen. In den folgenden Tagen haben wir uns immer besser verstanden. Mit der Zeit habe ich auch andere Tätigkeiten erledigt, wie zum Beispiel Metallbügel in Kopfstützen einzupressen oder Schraubensets für Klemmkästen herzurichten.

Für die Frühstücks- und Mittagspause gab es in der Einrichtung eine Cafeteria. Dort habe ich Achmet mit Trisomie 21 kennengelernt. Wir haben uns von Anfang an super verstanden und haben uns jeden Mittag nach dem Essen zum Tischkicker spielen verabredet. Inzwischen sind wir sogar in Facebook befreundet und schreiben uns hin und wieder. Das Erlebnis war eines meiner Schönsten in dieser Einrichtung. In dieser Woche habe ich sehr viel Erfahrung im Umgang mit behinderten Menschen gesammelt und finde die Freude, die diese Menschen trotz ihres Schicksals ausstrahlen, einfach nur beeindruckend. Die soziale Woche hat mich persönlich sehr weitergebracht und meine Sichtweise gegenüber behinderten Menschen stark verändert. Ich bin dankbar, dass mir das Unternehmen die Teilnahme an der „sozialen Woche“ ermöglicht hat.